Trialregeln für
Die Klasse 1 ist die leichteste Klasse der von der ABCD e.V. veranstalteten Trials. Es handelt sich um Wettbewerbe für Junghunde und/oder unerfahrene Handler.
In der Klasse 1 werden die einfachen Arbeitsfähigkeiten sowie der Grundgehorsam des Hundes geprüft. Der Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit im Nahbereich. Der Parcours kann den Schafen und dem zur Verfügung stehenden Gelände angepasst werden, so dass in dieser Klasse nicht immer mit einem standardisierten Parcours gerechnet werden kann.
Aufgaben:
- Handler und Hund begeben sich gemeinsam zum Startpfosten.
- In der Regel beginnt der Parcours mit einem ca. 100 – 150 m langen Outrun.
- Am Ende des Outruns soll der Hund die Schafe ruhig aufnehmen (Lift) und
- anschließend in gerader Linie und angemessenem Tempo Richtung Handler bzw. Fetchgate (falls vorhanden, Innenmaß ca. 6,50 m, ca. 30 – 50 m vom Startpfosten entfernt) bringen. (Fetch)
- Am Ende des Fetches folgt der Turn. Die Drehrichtung ist vom anschließenden Wegtreiben abhängig.
- Nun folgt das Treiben: Der Hund treibt die Schafe in möglichst gerader Linie vor sich her in Richtung des ersten Treibtores (Maße s. Fetchgate), das ca. 60 – 70 m vom Startpfosten entfernt ist. Danach folgt ein Quertreiben von ca. 60 – 70 m durch ein zweites Tor (Quertreibtor). Bis hierher geht der Teilnehmer hinter Schafen und Hund. Haben die Schafe das zweite Tor passiert,
- begibt sich der Teilnehmer vor die Schafe und durchläuft mit den Schafen einen Slalom, 7 m von Stange zu Stange, mindestens 4 Stangen. Anschließend werden die Schafe stabilisiert.
- Der Parcours endet mit dem Einpferchen oder Verladen der Schafe. Danach auspferchen und Schafe ruhig wegbringen.
Ruhiges, schafschonendes Arbeiten ist selbstverständlich bis in den Ruhepferch hinein.
Weitere Informationen:
Punktevergabe:
| Outrun: | 20 P |
| Lift: | 10 P |
| Fetch: | 20 P |
| Treiben: | 30 P |
| Slalom: | 20 P |
| Stop: | 10 P |
| Pferch: | 10 P |
| Gesamt: | 120 P |
| Anzahl der Schafe: 4 – 7 | |
| Zeit: ca.10 min. | |
Erläuterungen:
zu 1.: Der Hund wird auf die Seite gestellt, nach der er geschickt werden soll – nicht weiter als eine Stocklänge vom Handler entfernt.
zu 2.: Der Outrun soll birnenförmig sein und mit genügend Abstand hinter den Schafen enden, um diese nicht unnötig zu beunruhigen. Ist der Hund einmal losgelaufen, darf er weder zum Handler zurückgerufen werden noch selbstständig zurück kommen.
Outrun, Lift und Fetch: Um die volle Punktzahl zu erreichen, muss der Hund vom Fuß des Handlers geschickt werden.
Als Besonderheit in dieser Klasse darf der Handler seinem Hund beim Outrun helfen, indem er beliebig weit Richtung Schafe vorgeht, während der Hund am Pfosten liegen oder stehen bleibt. Beim anschließenden Fetch geht der Handler dann rückwärts vor den Schafen her, während der Hund die Schafe nachtreibt.
Nimmt man diese Möglichkeit der Hilfestellung wahr, werden von Outrun, Lift und Fetch die Hälfte der maximal erreichbaren Punkte abgezogen (-10 P./-5 P./-10 P.). Dies gilt unabhängig davon, wie weit der Handler vorgeht.
zu 5.: Turn: Mindestens die Hälfte der Schafe muss um den Pfosten gehen. Andernfalls muss der Turn wiederholt werden.
zu 6.: Treiben: Es muss klar erkennbar sein, dass der Hund selbstständig treibt. Ist der Hund noch nicht in der Lage zu treiben, kann die Treibstrecke auch als Nachbringen (der Handler geht dabei vor den Schafen her) absolviert werden. Auch für diese Hilfestellung wird die Hälfte der maximalen Treibpunkte abgezogen (-15 P.).
zu 7.: Als stabilisiert gelten die Schafe, wenn alle Füße still stehen.
zu 8.: Sobald der Handler den Strick an der Pferchtür in die Hand genommen hat, darf er ihn bis zum Abschluss des Einpferchens nicht mehr loslassen. Er öffnet die Tür und fordert den Hund auf, die Schafe in möglichst gerader Linie zum Pferch zu bringen. Beim Einpferchen soll der Hund die Hauptarbeit leisten, der Handler darf ihn dabei unterstützen, er darf die Schafe jedoch niemals berühren. Sind alle Schafe im Pferch, wird die Tür ruhig geschlossen. Schafe dürfen mit der Tür weder geschoben noch berührt werden. Nach dem Auspferchen muss die Tür wieder geschlossen werden. Anschließend müssen die Schafe ruhig in den Ruhepferch gebracht werden.
Für den ganzen Parcours gilt: Größe und Art eventueller Treibtore oder anderer Geländemarkierungen zur Festlegung des Parcours sind nicht vorgeschrieben. Linienabweichungen, unangemessenes Tempo oder mangelnde Kontrolle über den Hund sowie andere Fehler führen zu weiteren Punktabzügen.
Die Schafe müssen während des ganzen Laufes schonend behandelt werden. Ihr Wohl steht im Vordergrund. Befürchtet/erkennt ein Handler, dass ein Fortführen des Parcours zum Kontrollverlust führen könnte (sowohl den Hund als auch die Schafe betreffend), so sollte er den Lauf durch ein sichtbares Zeichen beenden (z.B. durch Heben der Hand und Signalisieren zum Richter) und damit einer Disqualifikation zuvor kommen. In diesem Fall bleiben die bis zur letzten abgeschlossenen Aufgabe erzielten Punkte erhalten.
Die Klasse 2 ist eine Prüfung für fortgeschrittene Junghunde. Der Schwierigkeitsgrad liegt zwischen der Klasse 1 und der offenen Klasse (Klasse 3). In der Klasse 2 werden die Schwierigkeiten der offenen Klasse in kleinerem Maßstab und Schwierigkeitsgrad geprüft.
Aufgaben:
- Handler und Hund begeben sich gemeinsam zum Startpfosten.
- Der Parcours beginnt mit einem ca. 150 – 200 m langen Outrun.
- Ist der Hund hinter den Schafen angekommen, soll er die Schafe ruhig aufnehmen (Lift) und
- anschließend in gerader Linie und angemessenem Tempo durch das Fetchgate (Innenmaß ca. 6,50 m, ca. 50 – 70 m vom Startpfosten entfernt) zum Handler bringen. (Fetch)
- Am Ende des Fetches folgt der Turn. Die Drehrichtung ist vom anschließenden Wegtreiben abhängig.
- Nun folgt das Treiben: Der Hund treibt die Schafe in möglichst gerader Linie vor sich her in Richtung des ersten Treibtores (Maße s. Fetchgate), das ca. 80 – 100 m vom Startpfosten entfernt ist. Danach folgt ein Quertreiben von ca. 80 – 100 m durch ein zweites Tor (Quertreibtor). Anschließend bringt der Hund die Schafe in direkter Linie vom zweiten Treibtor in die Mitte des markierten Sheddingrings (Durchmesser ca. 36 m).
- Der Handler darf den Startpfosten verlassen und in den Sheddingring gehen, sobald das erste Schaf den Ring betreten hat. Hier soll er in Teamarbeit mit dem Hund (i. d. R.) zwei Schafe von der Gruppe abtrennen. Anschließend sind die Schafe in praktischer Weise Richtung Pferch zu versammeln und vom Hund zu halten, bevor der Handler sich auf den Weg zum Pferch macht.
- Der Parcours endet mit dem Einpferchen oder Verladen der Schafe. Danach auspferchen und Schafe ruhig wegbringen.
Ruhiges, schafschonendes Arbeiten ist selbstverständlich bis in den Ruhepferch hinein.
Weitere Informationen:
| Punktevergabe: | |
| Outrun: | 20 P |
| Lift: | 10 P |
| Fetch: | 20 P |
| Treiben: | 30 P |
| Shed: | 10 P |
| Pferch: | 10 P |
| Gesamt: | 100 P |
| Anzahl der Schafe: 4 – 7 | |
| Zeit: ca.10 – 12 min. | |
Erläuterungen:
zu 1.: Der Hund wird auf die Seite gestellt, nach der er geschickt werden soll – nicht weiter als eine Stocklänge vom Handler entfernt.
zu 2.: Der Outrun soll birnenförmig sein und mit genügend Abstand hinter den Schafen enden, um diese nicht unnötig zu beunruhigen. Ist der Hund einmal losgelaufen, darf er weder zum Handler zurück gerufen werden noch selbstständig zurück kommen, sonst erfolgt eine Disqualifikation.
zu 5.: Mindestens die Hälfte der Schafe muss in der geforderten Richtung um den Pfosten gehen. Andernfalls ist der Turn zu wiederholen. Nicht-Beachtung führt zur Disqualifikation.
zu 6.: Ist der Hund noch nicht sicher genug im Treiben, kann der Handler in Klasse 2 hinter dem Hund hergehen und diesen so unterstützen. (Er darf allerdings nicht neben oder vor dem Hund gehen.) Für diese Hilfestellung wird die Hälfte der maximalen Treibpunkte abgezogen (-15 P.).
Der Shed muss zwingend innerhalb des Rings geschehen. Sollten Schafe vor oder während des Vorgangs den Ring verlassen, so sind sie unverzüglich zurückzuholen. Sollte der Shed nicht gelingen und bereits alle Punkte der Aufgabe verloren sein, kann der Richter signalisieren, dass der Handler zum Pferch weitergehen kann.
zu 8.: Sobald der Handler den Strick an der Pferchtür in die Hand genommen hat, darf er ihn bis zum Abschluss des Einpferchens nicht mehr loslassen. Er öffnet die Tür und fordert den Hund auf, die Schafe in möglichst gerader Linie zum Pferch zu bringen. Beim Einpferchen soll der Hund die Hauptarbeit leisten, der Handler darf ihn dabei unterstützen, er darf die Schafe jedoch niemals berühren. Sind alle Schafe im Pferch, wird die Tür ruhig geschlossen. Schafe dürfen mit der Tür weder geschoben noch berührt werden. Nach dem Auspferchen muss die Tür wieder geschlossen werden. Anschließend müssen die Schafe ruhig in den Ruhepferch gebracht werden.
Linienabweichungen, unangemessenes Tempo oder mangelnde Kontrolle über den Hund sowie andere Fehler führen zu weiteren Punktabzügen.
Die Schafe müssen während des ganzen Laufs schonend behandelt werden. Ihr Wohl steht im Vordergrund. Befürchtet/erkennt ein Handler, dass ein Fortführen des Parcours zum Kontrollverlust führen könnte (sowohl den Hund als auch die Schafe betreffend), so sollte er den Lauf durch ein sichtbares Zeichen beenden (z.B. durch Heben der Hand und Signalisieren zum Richter) und damit einer Disqualifikation zuvor kommen. In Klasse 2 verfallen damit allerdings alle Punkte.
Feldgröße:
Das Feld muss so bemessen sein, dass ein Outrun von mindestens 250 m sowie ein Quertreiben von mindestens 100 m möglich sind (Ausnahmen s. unter 10.). Der Abstand vom Stellpfosten zur Feldgrenze bzw. zum Auslasspferch muss mindestens 50 m betragen. Die Abstände der Treibtore zur Feldgrenze müssen mindestens je 25 m betragen. Der Abstand vom Startpfosten zur Feldgrenze bzw. zum Richterwagen muss mindestens 25 m betragen.
Aufgaben:
- Handler und Hund begeben sich gemeinsam zum Startpfosten.
- Der Parcours beginnt mit einem mind. 250 m langen Outrun (Ausnahmen s. 10.)
- Ist der Hund hinter den Schafen angekommen, soll er die Schafe ruhig aufnehmen (Lift) und
- anschließend in gerader Linie und angemessenem Tempo durch das Fetchgate (Innenmaß ca. 6,50 m, Entfernung Startpfosten – Fetchgate ca. 1/3 des Fetches) zum Handler bringen. (Fetch)
- Am Ende des Fetches folgt der Turn. Die Drehrichtung ist vom anschließenden Wegtreiben abhängig.
- Nun folgt das Treiben: Der Hund treibt die Schafe in möglichst gerader Linie vor sich her in Richtung des ersten Treibtores (Maße s. Fetchgate), das ca. 100-150 m vom Startpfosten entfernt ist. Danach folgt ein Quertreiben von ca. 100-150 m durch ein zweites Tor (Quertreibtor). Anschließend bringt der Hund die Schafe in direkter Linie vom zweiten Treibtor in die Mitte des markierten Sheddingrings (Durchmesser ca. 36 m).
- Der Handler darf den Startpfosten verlassen und in den Sheddingring gehen, sobald das erste Schaf den Ring betreten hat. Hier soll er in Teamarbeit mit dem Hund (i. d. R.) zwei Schafe von der Gruppe abtrennen. Anschließend sind die Schafe in praktischer Weise Richtung Pferch zu versammeln und vom Hund zu halten, bevor der Handler sich auf den Weg zum Pferch macht.
- Danach werden alle Schafe eingepfercht (Pferchgröße ca. 2,70 m x 2,40 m) und die Tür des Pferchs ruhig geschlossen.
- Ein Single ist möglich, aber nicht zwingend.
- Sollte das Trialfeld nicht den Mindestanforderungen an Länge oder Breite genügen, müssen andere Herausforderungen an die Outfield-Work gestellt werden, z.B. geknickter Fetch oder verlängertes Treiben.
Ruhiges, schafschonendes Arbeiten ist selbstverständlich bis in den Ruhepferch hinein.
Weitere Informationen:
| Punktevergabe: | |
| Outrun: | 20 P |
| Lift: | 10 P |
| Fetch: | 20 P |
| Treiben: | 30 P |
| Shed: | 10 P |
| Pferch: | 10 P |
| Gesamt: | 100 P |
| Anzahl der Schafe: 4 – 7 | |
| Zeit: ca. 12 – 15 min. | |
Erläuterungen:
zu 1.: Der Hund wird auf die Seite gestellt, nach der er geschickt werden soll – nicht weiter als eine Stocklänge vom Handler entfernt.
zu 2.: Der Outrun soll birnenförmig sein und mit genügend Abstand hinter den Schafen enden, um diese nicht unnötig zu beunruhigen. Ist der Hund einmal losgelaufen, darf er weder zum Handler zurück gerufen werden noch selbständig zurück kommen, sonst erfolgt eine Disqualifikation.
Wo der Outrun zu Ende ist, hängt von der aktuellen Position der Schafe ab. Der Hund muss dann in genau der Position sein, die ihm das gerade Treiben zum ersten Hindernis erlaubt. Die Position hängt also entscheidend davon ab, ob die Schafe am Pfosten stehen geblieben sind oder diesen verlassen haben. Sie hängt auch davon ab, wie stark der Zug der Schafe zurück zum Pferch oder zu einem anderen Punkt in der Topographie des Feldes ist.
zu 5.: Die Schafe sollten so dicht wie möglich um den Pfosten getrieben werden. Die ganze Arbeit sollte in einer ruhigen und gleichmäßigen Weise erfolgen. Mindestens die Hälfte der Schafe muss in der geforderten Richtung um den Pfosten gehen. Andernfalls ist der Turn zu wiederholen. Nicht-Beachtung führt zur Disqualifikation. In der Punktebewertung zählt die erste Hälfte des Turns zum Fetch, die zweite zum Drive.
zu 7.: Ein erfolgreicher Shed erfordert die Teamarbeit von Hund und Handler beim Sortieren und Abtrennen von Schafen. Nachdem die Schafe innerhalb des Rings passend zwischen Hund und Handler positioniert wurden, der Hundeführer die abzutrennenden Schafe ausgewählt und diese dem Hund durch Anzeigen einer Lücke mitgeteilt hat, sollte der Hund entschlossen in diese Lücke kommen und die nun abgetrennten Schafe sichtbar unter Kontrolle halten. Während der Hund in die Lücke kommt, müssen sich alle Schafe zwingend innerhalb des Ringes befinden. Es ist nicht unbedingt nötig, dass der Hund durch die Lücke bis zum Handler läuft. Entscheidend ist, dass er in der Lage ist, die ausgewählten Schafe von der Herde zu trennen und sie getrennt zu halten. Sollten Schafe vor oder während des Vorgangs den Ring verlassen, so sind sie unverzüglich zurückzuholen.
zu 8.: Sobald der Handler den Strick an der Pferchtür in die Hand genommen hat, darf er ihn bis zum Abschluss des Einpferchens nicht mehr loslassen. Er öffnet die Tür und fordert den Hund auf, die Schafe in möglichst gerader Linie, in ruhigem Tempo, ohne Stopps oder Umwege zum Pferch zu bringen. Im Falle eines offenen Pferchs darf die einmal gewählte Seite nicht mehr gewechselt werden. Beim Einpferchen soll der Hund die Hauptarbeit leisten, der Handler darf ihn dabei unterstützen, er darf die Schafe jedoch niemals berühren. Sind alle Schafe im Pferch, wird die Tür ruhig geschlossen. Schafe dürfen mit der Tür weder geschoben noch berührt werden. Nach dem Auspferchen muss die Tür wieder geschlossen werden.
zu 9.: Findet ein Single statt, so geht der Handler nach dem Schließen der Pferchtür in den Sheddingring und überlässt es dem Hund, die Schafe vom Pferch in den Ring zu bringen. Innerhalb des Ringes muss ein Schaf von den anderen abgetrennt werden und anschließend innerhalb oder außerhalb des Ringes vom Hund gehalten werden, bis der Richter seine Zufriedenheit signalisiert. Anschließend müssen die Schafe wieder vereint und ruhig in den Ruhepferch gebracht werden.
Linienabweichungen, unangemessenes Tempo oder mangelnde Kontrolle über den Hund sowie andere Fehler führen zu weiteren Punktabzügen.
Die Schafe müssen während des ganzen Laufs schonend behandelt werden. Ihr Wohl steht im Vordergrund. Befürchtet/erkennt ein Handler, dass ein Fortführen des Parcours zum Kontrollverlust führen könnte (sowohl den Hund als auch die Schafe betreffend), so sollte er den Lauf durch ein sichtbares Zeichen beenden (z.B. durch Heben der Hand und Signalisieren zum Richter) und damit einer Disqualifikation zuvor kommen. In Klasse 3 verfallen damit alle Punkte.
Besondere Regeln für Klasse 3 QT:
- QT-Trials dürfen ausschließlich von anerkannten Richtern gerichtet werden.
- QT-Trials müssen ein Minimum von 17 Startern haben.
- Zeitlimit max. 15 Minuten
- An QT‐Trials können nur für die jeweilige Veranstaltung angemeldete Hunde teilnehmen. (Beschluss JHV 2023)
Qualifikationssystem für die Teilnahme an der Europameisterschaft
(Continental Sheepdog Championship)
Ziel des folgenden Qualifikationssystems ist es, für die jährlich stattfindenden Europameisterschaften der Hütehunde die besten Teams der ABCD im direkten Vergleich auszuwählen. Angelehnt an die Systeme der Nationals in GB werden nur die deutschen Landesmeisterschaften und die Deutsche Meisterschaft als Qualifikationstrials gewertet. Damit soll eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Wettkämpfe über ganz Deutschland gewährleistet werden. Daneben gibt es wie bisher die Trials aller drei Klassen. Diese haben selbstverständlich keinen geringeren Stellenwert und werden seitens der ABCD nach bestem Vermögen unterstützt.
Weitere Informationen:
1. Angebotene Trials und Klassen
- Auf den Qualifikationstrials werden ausschließlich Prüfungen der offenen Klasse durchgeführt. (Vor und zwischen den Läufen dürfen keine anderen Klassen an den gleichen Schafen arbeiten.)
- Ein Trial ist das Ergebnis eines Wettkampftages.
- Es werden 10 Trials auf 5 zweitägigen Meisterschaften angestrebt; mindestens 55% der Ergebnisse fließen in die Wertung ein (Details hierzu siehe Punkt 11).
- Auf der Deutschen Meisterschaft sollte immer ein 3. Tag mit Finalläufen angestrebt werden. Die Anzahl der Finalisten bei einer Deutschen Meisterschaft wird auf 12 Teilnehmer festgelegt, sofern ein dritter Tag vorgesehen ist. Sollte ein dritter Tag nicht zur Verfügung stehen, so wird der Deutsche Meister/die Deutsche Meisterin unter 5 Finalisten ermittelt. Das Finale der Deutschen Meisterschaft muss nach internationalem Standard mit Double Gather und großem Shed durchgeführt werden.
- Das Finale einer Meisterschaft wird nicht als Trial gewertet.
2. Zeitplanung
- Geplante Qualifikationstrials für die neue Saison können zum Ende der laufenden Saison gemeldet werden. Die Termine der Qualifikationstrials sollten bis Ende Dezember des laufenden Jahres feststehen.
- Das Trial-Komitee wählt in Zusammenarbeit mit Vorstand und Regionalbeauftragten die Qualifikationstrials nach objektiven Kriterien aus (Geografie, Trial-Feld, Schafe, Erfahrung der Verantwortlichen) und verteilt diese so, dass möglichst acht davon im Sommer/Herbst und die restlichen zwei im Frühjahr/Sommer des darauffolgenden Jahres stattfinden.
3. Teilnehmer
- Die Startberechtigung für Qualifikationstrials ist unter Punkt 9 beschrieben.
- Die Anmeldefrist endet 21 Tage vor der Veranstaltung.
- Handler müssen vor ihrer ersten Teilnahme an einem Qualifikationstrial ihren Hauptwohnsitz seit mindestens sechs Monaten in Deutschland haben.
4. Richter, Course Director, Richter-Assistenz
- Jedes Qualifikationstrial muss von einem international erfahrenen und von seiner nationalen Organisation anerkannten Richter gerichtet werden.
- Ein Course Director und eine Richter-Assistenz sind vorgeschrieben.
- Eventuelle Beschwerden zum laufenden Wettbewerb dürfen nur an den Course Director gerichtet werden.
5. Der Parcours (s. a. Trial-Regeln der ABCD e.V.)
- Schafe: i. d. R. 5 Schafe, 2 davon durch Halsbänder markiert
- Feld: (empfohlene Richtgrößen) Länge ab 460 m, Breite ab 350 m; Der Abstand von Stell-bzw. Startpfosten zur Feldgrenze und zum Release-bzw. Exhaust-Pen muss mindestens 50 m betragen.
- Fetch: Richtgröße ab 360 m (450 yards) – absolute Mindestgröße 250 m, durch ein 6,40 m (7 yards) breites Tor, ca. 135 m (150 yards) vom Startpfosten entfernt; Der Fetch kann auch gewinkelt sein.
- Treiben: Richtgröße ab 400 m (450 yards), durch 2 Tore (Maße s.o.), in der Regel in Dreiecksform; das erste Tor ca. 135 m (150 yards) vom Startpfosten entfernt. Ist der Fetch kürzer als 360 m, wird die Treibstrecke nach Möglichkeit so verlängert, dass die Gesamtlänge von Fetch + Treiben 750 m (850 yards) beträgt.
- Shed: Ring mit einem Durchmesser von 36 m (40 yards), 2 von i. d. R. 3 unmarkierten Schafen, Pflichtaufgabe
- Pferch: ca. 2,70 m x 2,40 m, Stricklänge ca. 1,80 m, Pflichtaufgabe
- Single: 1 von 2 markierten Schafen, Pflichtaufgabe
- Nach Möglichkeit sollte der Parcours von Richter, Course Director und/oder Veranstalter aufgebaut werden. Sollte dies nicht möglich sein, so wird ein Verantwortlicher vom Trial-Komitee oder vertretungsweise vom Vorstand benannt. Nur autorisierte Personen dürfen sich beim Parcours-Aufbau auf dem Feld aufhalten.
6. Schafe
- Nicht eingesetzt werden dürfen säugende, lahmende oder offensichtlich kranke Schafe. Es ist zu vermeiden, dass tragende Schafe eingesetzt werden. Ausnahmen sind im Vorfeld vom Trial-Komitee gemeinsam mit dem Schäfer zu regeln.
- Grundsätzlich dürfen Schafe an einem Tag nur zweimal laufen.
- Die Schafgruppen sollen homogen bzw. in jeder Gruppe möglichst gleich zusammengestellt sein.
- Die Schafe müssen in beiden Pferchen die Möglichkeit zur Ruhe bekommen, Wasser und Futter muss zur Verfügung stehen.
- Während des Wettkampfes soll die bereitstehende Herde möglichst in zwei Hälften getrennt sein. (Die eine Hälfte befindet sich vor der Sortieranlage beim Fressen, die andere bereits in der Sortieranlage.)
- Die Überprüfung und Einhaltung dieser tierschutzrelevanten Bedingungen liegt in der Verantwortung des Trial-Komitees.
- Siehe auch die Empfehlung im Anhang.
7. Vorort-Verantwortliche und Hilfspersonal
- Das Schafe-Stellen und -Abräumen erfolgt durch nicht teilnehmende Hunde und Handler und/oder durch Teilnehmer, die mit dem entsprechenden Hund bereits das Tages-Trial absolviert haben.
- Ist der Vorort-Verantwortliche Schafbesitzer und Teilnehmer in einer Person, so muss er ein für die Schafe ungewohntes Feld anbieten, also keinesfalls die Haus-oder Stallweiden.
8. Startreihenfolge
- Die Startreihenfolge wird nach Anmeldeschluss für beide Tage gelost und im Internet auf der ABCD-Seite veröffentlicht.
- Einem Handler mit mehreren Hunden müssen mindestens drei fremde Läufe zwischen seinen Läufen zugestanden werden.
- Die Verspätung eines Handlers muss die absolute Ausnahme bleiben. Es wird erwartet, dass der Handler im Verspätungsfall rechtzeitig Kontakt aufnimmt mit einem der Vorort-Verantwortlichen (CD, Veranstalter, Vorstand, TK). Es bleibt beim Startrecht, allerdings zu den vom Course Director vorgegeben Konditionen und nicht zum Nachteil der pünktlichen Starter.
- Fällt ein Starter durch wiederholte Verspätungen auf, kann vom Trial-Komitee ein Startverbot ausgesprochen werden.
9. Startberechtigung
- Zur Ermittlung der Startberechtigung auf Qualifikationstrials für eine Saison werden die Ergebnisse der Hund/Handler-Teams (im Folgenden kurz „Teams“ genannt), die innerhalb der letzten 24 Monate vor Saisonbeginn auf Qualifikationstrials oder auf inländischen Klasse 3-Trials mit mindestens 17 Startern, mit den 1. Läufen des Tages und mit einem von der ABCD e.V. anerkannten Richter (sog. QT-Trials) erzielt wurden, nach dem Prozentsystem (siehe Anhang) rangiert: Die besten vier Ergebnisse jedes Teams werden zusammengezählt und die Summen aller Teams werden absteigend sortiert. Eine Saison beginnt mit dem ersten Tag des ersten Qualifikationstrials für eine EM und endet mit dem Tag vor dem ersten Qualifikationstrial für die nächste EM.
- Ausländische Trials, die dem QT-Standard entsprechen oder ihn überschreiten, können ebenfalls eingebracht werden. Die erzielte Punktzahl muss denen der QT-Regeln entsprechen.
Ergebnisse von Trials, für die man sich über das Qualifikationssystem für das deutsche Team qualifizieren musste, können ebenfalls eingebracht werden, sowie die Ergebnisse des Finales der Deutschen Meisterschaft.
Schriftliche Nachweise für die Richtigkeit der Angaben bezüglich der Schwierigkeit dieser Trials müssen ohne Aufforderung beigefügt werden (Angaben von Veranstalter oder Richter über Größe, Standard und Teilnehmerzahl sowie erzielte Punkte des Teilnehmers und des Siegers).
Jedes Team kann alle für die Rangierung notwendigen Resultate über diese Trials einbringen.
Weiterhin gilt:
- Die Qualifikationstage der Deutschen Meisterschaft zählen ebenfalls als Qualifikationstrials.
- Die Rangliste wird zu Beginn der Saison ermittelt und auf der ABCD-Seite im Internet veröffentlicht.
- Ein Aufstieg innerhalb der Saison ist nicht möglich.
- Den Nachweis über die Trialergebnisse muss der Handler bei Erst-und Wiedereinstieg spätestens bei der Meldung zum ersten Qualifikationstrial bei der Meldestelle vorlegen. Ohne den erfolgten Nachweis ist keine Meldung zu Qualifikationstrials möglich. Diese Bringschuld entfällt, solange die Nachweise freiwillig von dem Schriftwart/der Schriftwartin archiviert werden.
- Auf Qualifikationstrials ist die Zahl der startberechtigten Hunde pro Handler auf zwei begrenzt.
- Veranstalterregelung: Veranstalter haben auf den von ihnen durchgeführten Qualifikationstrials Startberechtigung mit maximal zwei entsprechend ausgebildeten Hunden.
10. Durchführung von Qualifikationstrials
Die folgenden Regeln für Qualifikationstrials sollen die Durchführbarkeit bei vielen Teilnehmern, schlechtem Wetter oder vermindertem Tageslicht ermöglichen. Zur Anwendung kommt folgende Variante des Call-Off-Verfahrens:
- Wenn das Team durch Punkteverlust die vorgegebene Call-Off-Grenze (s.u.) erreicht hat, wird es vom Richter abgerufen. Die bis dahin erzielten Punkte bleiben bestehen.
- Bei Qualifikationsveranstaltungen werden (ausgehend von 110 möglichen Gesamtpunkten) die Call-Off-Grenzen abhängig von der Teilnehmerzahl auf der Startliste bei Trialbeginn wie folgt festgelegt:
- bis 45 Hunde: kein Call Off
- 46 bis 50 Hunde: sobald mehr als 50 Punkte verloren wurden
- 51 bis 55 Hunde: sobald mehr als 40 Punkte verloren wurden
- 56 bis 60 Hunde: sobald mehr als 35 Punkte verloren wurden
- 61 Hunde und mehr: sobald mehr als 30 Punkte verloren wurden
- Wenn aufgrund von mangelndem Tageslicht am ersten Tag nicht alle Hunde starten können, müssen diese am zweiten Tag zuerst starten. Damit der Ablauf am zweiten Tag in Bezug auf das Tageslicht gewährleistet ist, muss das Call-Off-System für den zweiten Lauf entsprechend verschärft werden.
- In Ausnahmefällen (bei sehr schlechten Wetterbedingungen oder anderen Unwägbarkeiten) kann das Trial-Komitee vor dem ersten Lauf des jeweiligen Tages ebenfalls eine geeignete CallOff-Grenze festlegen.
- Werden Schafe gehetzt oder verliert der Handler die Kontrolle über seinen Hund, sollte das Team in Anlehnung an die Regeln der ISDS abgerufen werden.
11. Rangliste für die Qualifikationstrials
- An den ersten beiden Qualifikationstrials der Saison können die besten 50 Teams der unter Punkt 9 ermittelten Rangliste teilnehmen, ab dem dritten Qualifikationstrial der Saison die besten 40 Teams. Durch Absagen freiwerdende Plätze werden durch Nachrücker von der Rangliste aufgefüllt. Ein Nachrücken ist nur bis zum ersten Start der jeweiligen Meisterschaft möglich.
Hierbei gilt derselbe Minimalstandard von mindestens 60/90 Punkten (siehe Anhang) wie bei der Ermittlung der Rangliste für EM und WT.
12. Wertung der Qualifikationsläufe für EM und WM
- In die Wertung kommen immer nur jene Läufe, welche oberhalb der Punktegrenze für das Call Off geblieben sind. (Gesamtpunktzahl minus Call-Off-Punkte; Beispiel für 52 Starter: 110 mögliche Punkte minus 40 Punkte = 70 Punkte; In die Wertung kommen also nur die Läufe, die 70 Punkte oder mehr erreicht haben). Bei bis zu 45 Hunden auf der Starterliste gehen alle Läufe mit mindestens 60 Punkten in die Wertung ein.
- Die Auswertung und das Ranking erfolgt wie bisher nach dem Prozentsystem (s. Anhang).
- 10 Läufe pro Saison werden angestrebt. Davon gehen 6 Läufe in die Wertung ein. Sollte sich die Anzahl der Läufe verändern, so gilt folgende Tabelle (nach der 55%-Regel, Erläuterung im Anhang):
- 10 Qualiläufe: 6 Läufe gehen in die Wertung ein
- 9 Qualiläufe: 5 Läufe gehen in die Wertung ein
- 8 Qualiläufe: 5 Läufe gehen in die Wertung ein
- 7 Qualiläufe: 4 Läufe gehen in die Wertung ein
- 6 Qualiläufe: 4 Läufe gehen in die Wertung ein
- 5 Qualiläufe: 3 Läufe gehen in die Wertung ein
- 4 Qualiläufe: 3 Läufe gehen in die Wertung ein
- 3 Qualiläufe: 2 Läufe gehen in die Wertung ein
- 2 Qualiläufe: 2 Läufe gehen in die Wertung ein
- Die Qualifikationsregeln müssen jedem Richter vor Beginn des Qualifikationstrials erläutert werden. Eine englische Version unserer Qualifikationsregeln in schriftlicher Form ist einem ausländischen Richter vorab auszuhändigen. Dieses hat durch die/den Richterbeauftragte/n zu erfolgen. Ist sie/er nicht anwesend, händigt die/der TK-Sprecher/in die Regeln aus.
Anhang:
Zu Punkt 1. Angebotene Trials und Punkt 12. Wertung der Läufe
Die 55%-Regel besagt, dass mindestens 55% der durchgeführten Läufe in die Wertung eingehen, es wird also immer aufgerundet.
Zu Punkt 9. Startberechtigung und Punkt 12. Wertung der Läufe
Prozentsystem zur Berechnung der Qualifikationspunkte
- Das Ergebnis des Siegers wird als 100% (oder 100 Qualifikationspunkte) gewertet.
- Jeder weitere Starter erhält die Prozente, die sich aus dem Verhältnis zwischen seiner Punktzahl und der des Siegers ergeben. (Beispiel: Sieger hat 92 Punkte – 100%, zehnter Platz hat 69 Punkte – 69/92 = 75% oder 75 Qualifikationspunkte).
- Der Ansatz mit 100% gilt auch für Ergebnisse von Trials, für die man sich über das Qualifikationssystem für das deutsche Team qualifizieren musste, sowie für die Ergebnisse des Finales der Deutschen Meisterschaft.
- Um einen Minimalstandard zu halten, ist ein Ergebnis von mindestens 60 Punkten Voraussetzung für die Anrechnung von Qualifikationspunkten.
Bei Ergebnissen aus Trials mit einem Double Gather-Parcours liegt der Minimalstandard bei 90 Punkten. - Bei der Rangierung für die Startberechtigung auf Qualifikationstrials gilt für die Ergebnisse von QT-Trials zusätzlich:
Um dem Unterschied im Schwierigkeitsgrad zwischen Qualifikationstrials und QT-Trials gerecht zu werden, werden die Qualifikationspunkte der QT-Trials zusätzlich mit dem Faktor 75/80 = 0,9375 multipliziert (die Werte 75 und 80 entstammen den ursprünglich angesetzten Mindestpunkten für die Anrechnung von Ergebnissen von Qualifikations- bzw. QT-Trials).
Empfehlung zu 6. Schafe
Zur Sicherstellung, dass alle Teilnehmer eine möglichst gleiche Chance bekommen, sollten die Schafe vor einem Trial sortiert werden. Damit sollen Schafe, die nicht fit genug sind, einen Parcours der offenen Klasse zu laufen, erkannt und aussortiert werden. Gleiches gilt für Schafe, die gegenüber Hunden oder Menschen ein deutlich anderes Verhalten zeigen als die Mehrheit der Schafe. Dies betrifft meist die besonders zahmen Leitschafe, es kann aber auch außergewöhnlich starkes Fluchtverhalten sein. Ausschlaggebend bei der Bewertung ist nicht allein das absolute Verhalten, sondern eine erhebliche Abweichung vom Hüteverhalten der Durchschnittstiere.
Allgemeine Regeln
Zur Schonung der Schafe erhält jeder Teilnehmer neue Tiere. Es werden prinzipiell nur Schafe eingesetzt, die den Anforderungen des Wettkampfes gewachsen sind. Nach Rücksprache und mit Empfehlung der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, Fachgruppe Kleine Wiederkäuer gelten folgende spezielle Regelungen:
- Es dürfen keine säugenden, lahmenden oder kranken Schafe eingesetzt werden. Es ist nach Möglichkeit zu vermeiden, dass tragende Schafe eingesetzt werden. In Ausnahmefällen sind Trials mit tragenden Schafen nach Rücksprache mit dem Vorstand bzw. Trialkomitee möglich, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Die Schafe dürfen maximal 90 Tage trächtig sein (erste mögliche Lammung laut Deckzeitdaten).
- Guter Zustand der Schafe
- Die Teilnehmer müssen über den Trächtigkeitsstatus der Schafe aufgeklärt und zum konsequent ruhigen Umgang mit denselben aufgefordert werden.
- Der Richter wird in diesem Zusammenhang aufgefordert, bei zu schnellem Tempo, ungenügender Kontrolle des Hundes o.ä. Fällen, Teilnehmer noch schneller als üblich zu disqualifizieren.
- Der Besitzer der Schafe hat das Recht, die Veranstaltung umgehend abzubrechen, wenn er dies für das Wohl seiner Schafe für notwendig hält.
Außerdem gilt folgendes:
- Schafe, die für ein Trial genutzt werden sollen, müssen vorher vom Veranstalter bzw. einem vom Verein Beauftragten inspiziert, gegebenenfalls getestet und dann sortiert und/oder eingearbeitet werden, um schwache, kranke oder vom Verhalten her deutlich vom Herdendurchschnitt abweichende Tiere zu finden und auszusortieren.
- Grundsätzlich dürfen Schafe an einem Tag nur zweimal laufen, in Ausnahmefällen maximal dreimal.
- Die Schafgruppen sollen homogen bzw. in jeder Gruppe möglichst gleich zusammengestellt sein.
- Die Schafe müssen vor und nach ihrem Einsatz die Möglichkeit zur Ruhe bekommen, Wasser und Futter muss zur Verfügung stehen.
- Während des Wettkampfes soll die bereitstehende Herde möglichst in zwei Hälften getrennt sein. (Die eine Hälfte befindet sich vor der Sortieranlage beim Fressen, die andere bereits in der Sortieranlage.)
- Die Überprüfung und Einhaltung dieser tierschutzrelevanten Bedingungen liegt in der Verantwortung des Trial-Komitees und des Richters.
Kein Hund, der ungeeignet, blind, lahm, in irgendeiner Form erkrankt ist oder gar an einer ansteckenden Erkrankung leidet, darf an den Start gebracht werden. Im Zweifelsfall muss der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden.
Kein Hund darf leistungssteigernde Mittel lt. § 3 TSchG erhalten oder erhalten haben.
Kein Hund darf irgendwelche Hilfsmittel an sich tragen, die seine Leistung verbessern könnten.
Es ist verboten, einen Hund zu färben.
Jede läufige Hündin im Wettbewerb muss dem Course Director bzw. dem Richter am Wettkampftag vor dem Start gemeldet werden.
Eine Hündin darf ab dem 28. Tag nach dem Deckakt bis zur vollendeten 9. Woche nach dem Wurftag auf keinem ABCD-Trial/Hütewettkampf geführt werden.
Teilnehmer-Hunde dürfen vor und während des Wettkampfes das Trialfeld nur für ihren eigenen Start betreten. Ferner dürfen sie nicht unmittelbar vor einem Trial an den Trial-Schafen arbeiten.
Teilnehmer dürfen den Parcours ohne ihre Hunde besichtigen, bevor das Trial beginnt.
Jeder Teilnehmer muss bereit sein, wenn er vom Course Director aufgerufen wird. Ist dies nicht der Fall, wird er disqualifiziert und verliert das Anrecht auf seinen Lauf. Besondere Umstände werden vom Course Director in Betracht gezogen. Mögliche Fragen bezüglich des Parcours müssen mit dem Course Director vor dem Start geklärt werden. Danach können keine Fragen mehr beantwortet werden. Schickt ein Teilnehmer seinen Hund, kann davon ausgegangen werden, dass er mit dem Parcours in allen Einzelheiten vertraut ist.
Ein Teilnehmer, der in irgendeiner Form Hilfe von außen erhält, wird disqualifiziert.
Im Falle eines Abrufs durch den Richter muss der Teilnehmer unverzüglich seinen Lauf abbrechen, die Schafe einsammeln und sie sofort vom Feld entfernen.
Jeder Teilnehmer, der aufgibt oder das Feld ohne die Erlaubnis des Richters verlässt, verliert alle Punkte.
Alle Teilnehmer sollen ihre Hunde jederzeit unter Kontrolle haben. Jeder Hund oder dessen Besitzer, der einen anderen Hund oder Teilnehmer während des Laufes stört, wird disqualifiziert.
Idealerweise sollte bei jedem Trial vom Veranstalter ein Course Director bestellt werden. Seine Aufgabe ist, für einen reibungslosen Ablauf des Trials zu sorgen. Dies beinhaltet im Wesentlichen die Betreuung der Teilnehmer. Der Course Director ist Ansprechperson für die Teilnehmer bei allen offenen Fragen des Parcours. Insbesondere sind Beschwerden während des laufenden Wettbewerbes ausschließlich an ihn zu richten, um den Richter vor Ablenkungen aller Art zu bewahren. Der Course Director ist verpflichtet, begründete Beschwerden eines Teilnehmers dem Richter im Anschluss an den gerade stattfindenden Lauf vorzulegen.
Der Course Director sollte die Teilnehmer nach ihrer ausgelosten Reihenfolge ansprechen, bevor sie an der Reihe sind. Hat der Teilnehmer noch eine Frage zum Parcours, kann sie dann beantwortet werden. Nachdem der Lauf begonnen hat, darf der Course Director dem Teilnehmer nicht mehr behilflich sein. Er muss während des gesamten Trials anwesend sein, um dem jeweiligen Teilnehmer etwaige Instruktionen des Richters zu übermitteln.
Ferner ist er dafür verantwortlich, dass der Parcours frei von Hindernissen und für jeden Teilnehmer gleich ist, sowie dafür, dass weder Teilnehmer noch Hunde während des Laufes von außen beeinflusst werden.
Das Trial-Komitee wird von der Hauptversammlung für 2 Jahre gewählt.
Zum Tätigkeitsbereich des TK gehören folgende Aufgaben:
- Erarbeitung schriftlicher Grundlagen zu Regelwerk und Durchführung von Trials
- Übernahme von Tätigkeiten auf Trials, die in der Verantwortung des Vereins liegen, z.B. Siegerehrungen
- Erarbeitung von Beschlussvorlagen für notwendig gewordene Regelveränderungen, die das Trialling betreffen
- Entscheidungen auf dem Trialfeld im Rahmen der von ABCD e.V. und ISDS vorgegebenen Regeln über
a) die Interpretation oder Durchführung einer fraglichen Regel (auf Anfrage des Veranstalters, des Course Directors oder des Richters)
b) die Ahndung von Verstößen gegen sportliche Grundprinzipien
Das TK kann dabei tätig werden auf Weisung des Vorstandes oder auf eigene Veranlassung.
Ein Job mit Verantwortung
Der Schafsteller übernimmt bei einem Trial eine sehr wichtige Aufgabe. Er hat einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die „Laune“, die die Schafe haben, und auf den Erstkontakt des startenden Hundes mit den Schafen.
Wie sollte es bestmöglich ablaufen? Man stelle sich einfach mal vor, man würde selbst starten und ist darauf angewiesen… was würde man sich wünschen?
Das Schafe-Stellen beginnt bereits im Pferch. Der Umgang, den die Schafe hier erleben, beeinflusst ihr weiteres Verhalten im Parcours. Daher sollte das Sortieren im Pferch möglichst ruhig und souverän erfolgen. Das Wichtigste ist zunächst: Am Pferch haben Hunde nichts verloren. Das Einzige, was Hunde hier bringen, ist Stress für die Schafe. Also auch keine Hunde in der Nähe des Pferchs anbinden oder warten lassen.
Der Pferch sollte so gebaut sein, dass die Schafe dort Ruhe haben. Es gibt gute Pferchsysteme, die es ermöglichen, dass nicht für jede neue Gruppe ein großer Aufruhr im Pferch erzeugt werden muss. Idealerweise führt aus dem Pferch ein Sortiergang zu einer Sortiertür, aus der in mehrere Abteile sortiert werden kann. Je nach Herdenbeschaffenheit müssen hier Mutterschafe, Jährlinge, abgesetzte Lämmer oder auszusortierende Schafe in spezielle Abteile zu leiten sein. Dabei sollte die Person, die sortiert und die Gruppen vorbereitet, die Schafe nicht anfassen und bugsieren müssen. Sie sollten ohne Stress und mit aller Ruhe durch den Gang und die Sortiertür in ein entsprechendes Pferchabteil geleitet werden. Aus diesen Abteilen lassen sich dann mit Hilfe von Toren oder beweglichen Steckgattern sehr einfach gleichmäßige Gruppen zusammenstellen, die z.B. aus 3 Mutterschafen und 2 Lämmern oder Jährlingen bestehen. Diese fertig sortierten Gruppen können dann in vorbereitete Boxen weitergeleitet werden, so dass immer 2-3 fertige Gruppen bereit stehen, sich bereits aneinander gewöhnt und vom Sortiervorgang wieder beruhigt haben. Am Ende dieses ganzen Pferchsystems empfiehlt sich eine Lockbox mit wenigen aussortierten Schafen, die hier stehen bleiben und nur dazu dienen, die anderen in ihre Richtung (in Richtung Feld) zu ziehen.
Idealerweise arbeiten im Pferch maximal zwei Personen. Mehr sind nicht notwendig und bringen nur Unruhe. Wichtig ist, dass die Pfercharbeiter absolut ruhig mit den Schafen umgehen, sie mit klarer Körpersprache und nicht mit lauten Gesten lenken.
Da auch Schafe Lernerfahrungen machen, ist es sinnvoll den Schafbesitzer zu fragen, wie er seine Tiere im Alltag von A nach B bringt. Kennen sie einen Lockruf? Ist es für sie Routine, mit einem solchen Typ Hund, wie ihn der Steller führt, gearbeitet zu werden? Sind sie dem Menschen gegenüber zahm oder eher scheu?
Den ersten Kontakt mit dem Schafsteller und dessen Hund haben die Schafe in der Regel, wenn sich die Pferchtür öffnet. Je nach Schaftyp läuft das unterschiedlich ab. Einige Schafe laufen bereitwillig durch jede geöffnete Tür, andere hingegen wollen den Pferch gar nicht verlassen. Dann ist es angebracht, dass ein Mensch die Tiere ruhig durch den Ausgang bugsiert. Der Schafstellerhund sollte vorher bereits so platziert sein, dass die Schafe frühzeitig die Möglichkeit haben, den Hund wahrzunehmen und nicht unnötig erschrecken, weil er plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Natürlich muss er trotzdem so abgelegt sein, dass er die Schafe beim Verlassen des Pferchs nicht behindert.
Nun geht es auf den Weg in Richtung Pfosten. Bei Trials herrscht oft Zeitdruck, trotzdem sollte der Schafsteller die Schafe nicht zu schnell werden lassen. So vermeidet man, dass sie zu „aufgekratzt“ sind und dadurch eventuell gar nicht stehen bleiben wollen.
Der Stellhund sollte nur gerade so viel wie nötig auf seiner Seite arbeiten. Auf keinen Fall sollte er unnötig um die Schafe kreiseln. So wenig Hund wie möglich, so viel Hund wie nötig. Idealerweise ist ein Mensch-Hund Team für diese Aufgabe zu wählen, das fähig ist, mit leisen und ruhigen Kommandos miteinander zu arbeiten. Auch der Mensch sollte seine Arbeit ruhig machen, also die Schafe ziehen oder bremsen, damit es kein unnötiges Gerenne der Schafe um den Menschen gibt. Ist man am Pfosten angekommen, sollten die Schafe ruhig gehalten werden, ohne dass der Hund die Tiere noch arbeitet. Er wird nun „im Hintergrund geparkt“. Meist ist es empfehlenswert, ihn auf die Linie Richtung Pferch zu legen, damit die Schafe diesen Fluchtweg zurück nicht nutzen. Manchmal sind aber auch andere Punkte für die Schafe attraktiv. Weder Mensch noch Hund sollten jemals die Fetchlinie blockieren, da dies das Anbewegen durch den startenden Hund erschwert, was wiederum den Lift, den Fetch und eventuell den ganzen weiteren Lauf beeinflussen kann.
Sinnvoll ist es, dass der Mensch ruhig und aufrecht stehen bleibt, bis der startende Hund die Schafe auf die Nase genommen und die Tiere deutlich aus dem Bereich des Stellers und seines Hundes gebracht hat. Erst dann sollte der Steller ruhig mit seinem Hund weggehen. Schafe, die sehr auf den Menschen bezogen sind, könnten durch zu frühes Weggehen des Schafstellers oder durch unnötige Bewegungen vom liftenden Hund weggezogen werden.
Je nach Schaftyp kann es besser sein, dass der Schafbesitzer die Schafe zum Pfosten leitet, weil sie ihm vertrauen. Kleben sie allerdings sehr an diesem, ist es besser, eine fremde Person, von der sie sich besser lösen, übernimmt diesen Job.
Manche Schafe kennen es nicht, in kleinen Gruppen einem Menschen hinterher zu laufen. Auch hier sollte man sich ruhig verhalten, weil die Tiere durch hektische Bewegungen evtl. aufgeschreckt und durch den Menschen weggedrückt werden könnten. In beiden Fällen würde es bedeuten, dass der Steller den Lift beeinflusst hat. Das ist zum einen sehr schwer für den Richter zu bewerten und zum anderen auch für den Hund schwierig, weil sich dadurch dauernd der Druckpunkt ändert. Gerade junge Hunde könnten dadurch unnötig gestresst und verunsichert werden.
Der Hund des Stellers sollte sich auf keinen Fall einmischen. Daher sollten selbstverständlich nur Hunde zum Einsatz kommen, die wirklich gehorsam liegen bleiben, auch wenn es zu „Turbulenzen“ durch den startenden Hund kommt. Gerade in den Anfängerklassen kann ein junger Hund langfristig sehr verunsichert werden, wenn der Schafstellerhund Einfluss auf die Schafe nimmt oder der Schafsteller seinen Hund mit Kommandos überhäuft, während der startende Hund versucht zu liften. Manchmal ist das Stellen sogar ganz ohne Hund möglich. Auch das sollte man in Erwägung ziehen, vor allem, wenn kein ausreichend gehorsamer Hund zur Verfügung steht. Es könnte zum Beispiel ein Mensch die Schafe vorne locken und ein bis zwei Personen sichern ruhig von hinten ab. Dazu benötigt es natürlich Personen, die Schafhandling beherrschen.
Viele Köche verderben den Brei… das gilt auch bei diesem Thema. Je mehr Hunde und Menschen an den Schafen zugange sind, desto mehr müssen die Tiere im Auge behalten, was bei ihnen Stress erzeugt. Es sollten also so wenig Leute und Hunde wie möglich im und am Pferch hantieren.